Der Spreewald hat sich am Samstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert. Beim traditionellen Spreewaldtag warben Landwirte, Gemüsebauern sowie andere Hersteller und Vermarkter landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus dem Spreewald für ihre Produkte und die Region.
Es geht vor allem um die Region, die mit spreewaldtypischen Produkten national, aber auch international noch bekannter werden soll. Deshalb freut sich Lutz Habermann, der Vorsitzende des Spreewaldvereins mit Sitz in Lübben, dass die Spreewaldgurke auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau unterm Berliner Funkturm Konkurrenz aus dem eigenen Haus bekommen hat. „Wir wollen Präsenz zeigen mit Tourismus und Produkten", sagt Habermann, der sich gemeinsam mit den etwa 125 Mitgliedern des Spreewaldvereins um die Förderung der regionalen und überregionalen Vermarktung von Produkten und Leistungen aus der Spreewald-Region kümmert.
Bei 1624 Ausstellern aus fast 60 Ländern muss man die Fachbesucher aber vor allem das allgemeine Publikum mit außergewöhnlichen regionalen Spezialitäten und Qualitäten überzeugen. Da bietet der Spreewald-Tag in der Brandenburg-Halle 21a die besten Voraussetzungen: interessierte Besucher, die sich geduldig an den Ständen vorbeischieben. Denen präsentieren sich bespielsweise am Doppelstand 164/165 des Spreewaldvereins 15 mittelständische Unternehmen und Familienbetriebe mit etwa 50 Produkten aus dem Spreewald. So steht auch Christian Behrendt von der Kanow-Mühle in Golßen aus dem Ortsteil Sagritz vor unzähligen Menschen, von denen ab und zu einer sein frisch gepresstes Leinöl probiert. Der junge Müller hat neben Leinöl auch Öl aus Kürbiskernen, Mohn, Walnuss, Sesam und Raps im Angebot. Ein Kollege von ihm stellte auf der Grünen Woche ein neues Leinöl vor. Das Bio-Dill-Leinöl von Ökobauer Hugo Melde aus Babow bei Kolkwitz wurde bereits unter der regionalen Dachmarke zertifiziert.
Mit dem Mühlenbort präsentiert auch die Landbäckerei Vater aus Straupitz ein neues Produkt. Das von Steffen Vater kreierte Sauerteigbrot besteht aus 85 Prozent Roggenschrot, fünf Prozent Weizenmehl und zehn Prozent Leinölkuchen, dem Produkt, das beim Leinölpressen entsteht. Dem Leinölkuchen, der aus der letzten Dreifachwindmühle Europas in Straupitz stammt, verdankt das Mühlenbrot seinen typischen Geschmack.
Mit außergewöhnlichen Geschmack überzeugt auch der geräucherte Schafskäse mit Meerretticharoma vom Milchschafhof Jarick in Kolkwitz-Kackrow. Als Nutzer der regionalen Dachmarke „Spreewald" sollte die neue Käsesorte laut Schafskäseproduzent Joachim Jarick etwas Typisches aus dem Spreewald als Zutat enthalten. Er kam auf die Idee, dem geräucherten Schafskäse Meerrettich zuzugeben. Denn ein Schnittkäse mit Meerrettich sei bisher noch nicht angeboten worden - und schon gar nicht so ein Käse aus Schafsmilch. Die Käselaiber im schwarzen Wachs überzeugten auf der Grünen Woche so sehr mit ihrem scharfen Aroma, dass die Brandenburger Vermarktungsgesellschaft pro agro sie mit dem Marketingpreis 2012 auszeichnete.
Stolz schaut sich Lutz Habermann den prämierten Käse in einer Vitrine an. Darin sind noch andere Spreewald-Produkte ausgestellt, die in den vergangenen Tagen auf der Grünen Woche den pro-agro-Marketingpreis erhielten. Beispielsweise ein apfelweinhaltiges Getränk mit Pfirsischgeschmack, das die Spreewald-Mosterei Jank aus Burg „Spreewald-Träume" genannt hat. Oder die Spreewälder Karpfensülze im 200-Gramm-Glas, mit der die Pension und Gaststätte „Fischerstübchen" aus Leipe ihr spreewaldtypisches Produkt präsentiert. Und auch die Spreewaldkonserve Golßen GmbH überzeugte mit ihren „Spreewälder Jungs". „Das sind sieben echt starke Spreewälder Gewürzgurken mit frischen Kräutern und Zwiebeln", wirbt Ute Engelmann vom Spreewaldhof Golßen auf der Bühne von Antenne Brandenburg. Neben den anderen Produktpräsentationen der Golßener Fleisch- und Wurstwaren, der Verdie GmbH Turnow - Landfleischerei und der Brennerei Sellendorf, die mit dem „Roten Adler", einem kräftigen Kräuterlikör, auch eine erfolgreiche Produktpremiere hatte, zeigt sich der Spreewald an seinem Tag auch im Bühnenprogramm von seiner derb-deftigen und folkloristischen Seite.
Die Folkloregruppe „Drjewjanki" aus Burg musiziert, die Modenschau „Sorbisch modern" zeigt, wie junge Kreative der Akademie Mode und Design sorbische Kultur mit moderner Mode verbindet. Das Spreewälder Gurkenkönigspaar wirbt schon für den Brandenburg-Tag 2012 Anfang September in Lübbenau. Dabei jonglieren Anja I. und Tobias I. Schüsseln gefüllt mit Spreewaldgurken durch die vielen Menschen, die gierig nach dem süß-sauren Gemüse greifen. „Die Spreewaldgurke zieht halt immer", sagt das Königspaar und verschwindet im Getümmel.























