Die sorbische Sprache ist eine westslawische Sprache, die mit dem Polnischen, Tschechischen und Slowakischen verwandt ist. Noch heute wird Sorbisch in einer Vielzahl von örtlichen Dialekten in der Ober- und Niederlausitz gesprochen. Dies ist das Siedlungsgebiet der altsorbischen Stämme, der Milzener und Łusizer.
Die sorbische Sprache wurde in Folge der deutschen feudalen Ostexpansion seit dem 10. Jahrhundert kontinuierlich aus den Gebieten außerhalb der Lausitz verdrängt. Spuren in Orts- und Flurnamen sind als letzte Zeichen erhalten geblieben und zum Beispiel im Namen von Leipzig (Lipsk zu lipa Linde) erkennbar.
Das Sprachgebiet der Niederlausitz war in den sechziger Jahren des 20. Jh. nur noch in einem Teil vorhanden und gliederte sich in verschiedene Dialekte:
• den nordöstlichen Dialekt um Peitz/Picnjo
• den nordwestlichen Dialekt um Burg (Spreewald)/Borkowy (Błota), Schmogrow/Smogorjow und
Fehrow/Prjawoz
• den Vetschauer oder Spreewalddialekt
• den Cottbuser Dialekt
• den Spremberger Dialekt um Wadelsdorf/Zakrjejc und Sellessen/Zelezna sowie
• die Mundart von Horno/Rogow, die sich stark von den übrigen Dialekten unterscheidet.
Etwa 60.000 Sorben/Wenden leben heute noch heute in der Lausitz, der Grad der Sprachbeherrschung ist allerdings sehr verschieden. In der Alltagskommunikation werden in der Regel auch die entsprechenden Heimatdialekte benutzt.
In der Oberlausitz ist in einigen Orten Sorbisch noch die dominierende Muttersprache. Sie ist in einigen Schulen der Lausitz Unterrichtssprache und wird auch in Kindertagesstätten gepflegt. Es gibt heute Zeitungen, Zeitschriften und literarische Werke sowie Rundfunk- und Fernsehsendungen in den beiden sorbischen Sprachen.
Das Sorbische Institut in Bautzen und Cottbus erforscht die Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben (Wenden) in der Ober- und der Niederlausitz in Vergangenheit und Gegenwart. Im Sorabistik-Institut an der Universität Leipzig sowie an mehreren slawischen Lehrstühlen im In- und Ausland werden Ober- und Niedersorbisch wissenschaftlich vermittelt.
Unser kleiner Sorbisch-sprachführer für Urlauber im Spreewald
| Deutsch |
Niedersorbisch |
| Herzlich Willkommen in der Lausitz! |
Witajśo k nam do Łužyce! |
Guten Tag!
|
Dobry źeń! |
Grüß Gott!
|
Pomagaj Bog! / Bog źěkuj! |
Guten Morgen!
|
Dobre zajtšo! |
Guten Abend!
|
Dobry wjacor! |
Gute Nacht!
|
Dobru noc! |
Alles Gute!
|
Wšykno dobre! / Wšo dobre! |
Ja
|
Jo |
Nein
|
Ně |
| Nein, danke. |
Ně, źěkujom se. |
| Bitte! |
Pšosym! |
Danke!
|
Źěkujom se! |
Gaststätte
|
gósćeńc |
| Lasst es euch schmecken. |
Dajśo se słoźeś! |
Zum Wohl!
|
Na wašo strowje! |
Auch die Ortsschilder im Spreewald sind zweisprachig, eine Übersicht der Ortsbezeichnungen finden Sie hier:
Deutsch
|
Niedersorbisch
|
| Burg/Spreewald |
Borkowy/Błota |
| Calau |
Kalawa |
| Cottbus |
Chóśebuz |
| Goyatz |
Gójac |
| Groß Leuthen |
Lutol |
| Lieberose |
Luboraz |
| Luckau |
Łukow |
| Lübben/Spreewald |
Lubin/Błota |
| Lübbenau/Spreewald |
Lubnjow/Błota |
| Peitz |
Picnjo |
| Raddusch |
Raduš |
| Schlepzig |
Slopišća |
| Straupitz |
Tšupc |
| Vetschau/Spreewald |
Wětošow/Błota |
Mehr Informationen finden Sie auch hier!