Ziel des Biosphärenreservates ist es, die über Jahrhunderte durch den
Menschen geformte vielgestaltige Kulturlandschaft des Spreewaldes
gemeinsam mit den Spreewäldern zu bewahren und zukunftsfähig zu
gestalten.
Um die spreewaldtypischen Landschaft mit ihrem Artenreichtum zu
erhalten, besitzt die Sicherung des Wasserhaushaltes eine ganz
besondere Bedeutung. Denn Wassermangel - sei es im Grundwasser oder in
den vielen Wasserläufen - ist das größte Problem der vom Wasser
geprägten Flora und Fauna.
Nicht minder wichtig ist die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungsformen und
naturverträglicher Wirtschaftsweisen. Wie alle Biosphärenreservate soll auch
der Spreewald zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung werden, in der
Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen werden. Das gilt natürlich in
besonderem Maße für den Tourismus, der ja hier, in Brandenburgs bedeutendster
Reiseregion ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Er soll sich
gleichermaßen umwelt- und sozialverträglich entwickeln.
Der Spreewald
hat in seiner jüngeren Nutzungsgeschichte tiefgehende Veränderungen erfahren.
Dennoch weisen weite Teile des inneren Spreewaldes noch hervorragende
Qualitäten einer alten Kulturlandschaft auf. Die einmalige Niederungslandschaft
mit den fein strukturierten Fließgewässersystemen, artenreichen Feuchtwiesen
und Niederungswäldern zu schützen, bedeutet z. B für ein naturnahes
Wasserregime, hohen Grundwasserständen und periodischen Überstauungen in
bestimmten Teilgebieten Sorge zu tragen. Artenreiche Feuchtwiesen wurden z.B. im
Rahmen des Vertragsnaturschutzes mit später Mahd gepflegt und in ihrem
grundwassernahen Milieu erhalten. Auch die Wiederherstellung von kleinen Gräben
in den Feuchtwiesen des inneren Spreewaldes wird seit Jahren durch die
Verwaltung des Biosphärenreservates Spreewald gefördert.
Nicht minder wichtig sind Erhalt und Förderung von traditionellen
Bewirtschaftungsformen wie Horstäcker, Streuwiesen und das dadurch entstandene
kleinflächige Nutzungsmosaik. Nicht zuletzt soll durch naturnahe
Waldbewirtschaftung das vielfältige Mosaik der Waldgesellschaften erhalten bzw.
wieder zu entwickelt werden. Erreicht werden soll dies durch überwiegend
kahlschlaglose Holznutzungsverfahren, Ausnutzung der natürlichen Verjüngung
der Waldbäume, Belassung eines ökologisch notwendigen Totholzvorrates im Wald,
Rücksichtnahme auf die Brut- und Aufzuchtzeiten bedrohter Vogelarten oder die
Pflege und Renaturierung von besonderen Lebensräumen im Wald, z.B. Altarmen
oder Seggenrieden.
Darüber hinaus wurden spezielle Programme zum Schutz gefährdeter und vom
Aussterben bedrohter Arten aufgelegt. Beispielsweise wurde der Fischotter nach
1990 aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens häufig an Kreuzungen von
Fließen und Straßen überfahren. An über 30 Straßen- und Bahnbrücken wurden
deshalb Otterpassagen geschaffen. Die Zahl verkehrstoter Fischotter sank damit
deutlich.
Besonders erfolgreich war das bereits kurz nach Gründung des
Biosphärenreservates gestartete Weißstorchprogramm. Es wurden neue Horste
errichtet sowie alte gesichert und vor allem für die Sicherung der
Nahrungsbiotope Adebars Sorge getragen.