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Sorben (Wenden) im Spreewald

Einzigartige Natur im Spreewald
Bäume spiegeln sich in Spreewald-Fließen

Die Sorben/Wenden gehören zu den slawischen Volksstämmen, die sich im 6. Jahrhundert im Spreewald ansiedelten und bis heute untrennbar mit der Region verbunden sind.

Den Besuchern des Spreewalds sticht vielerorts die Zweisprachigkeit der Beschilderungen ins Auge. Nach der großen Völkerwanderung im 6. Jahrhundert ließen sich hier die slawischen Siedler nieder. Die slawischen Burgwälle gehören noch heute zu den Zeugnissen dieser Ansiedlung.

Sorben und Wenden, wo ist der Unterschied?

Der Name „Sorben“ ist dem slawischen Wort „Serby“ entlehnt und bezeichnet einen der rund 20 slawischen Volksstämme, die sich im Spreewald ansiedelten. Aus der Zeit der Römer stammt die Bezeichnung „Wenden“, die sich bis in die Neuzeit gehalten hat und alle slawischen Volksstämme umschließt. Beide Begriffe werden heutzutage synonym verwendet.

Die Integration der Sorben ins deutsche Kaiserreich

Da es den Sorben nach ihrer Einwanderung nicht gelang, einen eigenen Staat zu gründen, wurden sie im Laufe der Jahrhunderte in das deutsche Kaiserreich eingegliedert. Um 1200 ließen sich dann deutsche Bauern, Kaufleute und Handwerker in der Region nieder und mischten sich mit dem slawischen Stamm der Sorben.

Heutige Sorben im Spreewald

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt deutschsprachige Lehrer an den Schulen eingesetzt, so dass die sorbische Sprache zunehmend zurückgedrängt wurde. Gegenwärtig leben noch 60.000 Sorben in der Lausitz, von denen nur noch wenige ihre sorbische Muttersprache sprechen. Lediglich die älteren Generationen pflegen die Sprache noch bei sorbischen Bräuchen und Veranstaltungen im Spreewald.

Mit dem steigenden Traditionsbewusstsein wird die sorbische Sprache an den Schulen wieder als fakultatives Unterrichtsfach eingeführt.