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Leckere Schlemmereien mit dem Spreewald-Unkraut

Wie ihr vielleicht schon wisst, sind Gänseblümchen meine liebsten Vertreter auf den Wiesen des Spreewaldes. Von März bis in den November hinein strahlen sie mit ihren vier bis zehn Zentimtern und ihren weiß-rosafarbenen Blättern um die Wette. Der gelbe Kern in der Mitte ist nicht etwa ein Samen oder eine Knospe, sondern formt sich aus weiteren 100 Blätterchen, die zu dem typischen nussigen Geschmack des Gänseblümchens beitragen. Darüber hinaus ist die Miniblume sehr intelligent. Die kleinen Blütenköpfe richten sich stets nach der Sonne aus. Bei Regen und bei Nacht schließen sich die Blüten komplett. Daher kommt auch der Name Sonnen- oder Regenblume. Natürlich hat sie neben dem wunderbaren Geschmack auch andere intelligente Zauberkräfte. Zum Beispiel eignet sich das Gänseblümchen hervorragend für eine sanfte Blutreinigungskur und wirkt schleimlösend auf die Atemwege und Bronchien (zum Beispiel in Form von Tee!). Da die Blüten sehr viel geschmacksintensiver als die Blätter sind, wollte ich die folgenden Rezepte lieber mit ihnen zubereiten. Doch leider habe ich zu der Zeit, wo ich am kochen und tüfteln und ausprobieren war, keine einzige Blume in meinem Spreewald-Unkraut-Hochbeet gefunden. Also mussten die vielen strahlend-grünen Blätter dran glauben – und ich kann euch schon jetzt verraten: Selbst die weniger aromatischen Blätter sind ein absoluter Hit!

Brotaufstrich für (Gänse-)Blumenliebhaber

Diese Rezeptidee ist eher spontan an einem warmen Sommerabend entstanden. Meine Familie hat mich spontan zum Grillabend eingeladen und ich sollte einen Dip mitbringen. Da alles sehr schnell gehen musste habe ich mir das, was ich sowieso im Kühlschrank hatte einmal genauer angeguckt und mich an dieser Rezeptur versucht. Allen Schleckermäulchen auf dem Grillabend hat dieser Brotaufstrich sehr gut geschmeckt! Er ist frisch, gesund und schmeckt nach Natur. Die grünen Blätter des Gänseblümchens machen den Dip zu einem Hingucker und mit der Zugabe eures Lieblingsunkrauts verleiht ihr der Leckerei einen ganz persönlichen Charakter!

Was ihr braucht:

Genug für einen leckeren Grillabend mit Oma und Opa

 
 
  • 2 Hände voll Gänseblümchenblätter
  • eine Hand voll eures Lieblingsunkrauts (ich habe Sauerampfer verwendet)
  • 1/4 Zwiebel
  • Olivenöl
  • 300g Frischkäse
  • Saft von einer halben Limette (oder Zitrone)
  • Salz, Pfeffer

Wie es geht:

Mischt alle gesammelten und gewaschenen Blätter zusammen auf einen Haufen und schneidet sie vorsichtig mit einen Messer in kleine Stücken. Das ist bei den vielen dünnen Blättchen nicht so ganz leicht. Fragt eure Eltern, ob sie euch helfen. Schneidet die Zwiebel in möglichst kleine Stücken und presst die Limette mit einer Presse aus. Nun könnt ihr alle geschnittenen und gepressten Zutaten mit den anderen in eine Schüssel geben und mit einer Gabel gut vermengen. Je nach Geschmack salzen und pfeffern et voilà! – Fertig ist euer superschneller Gänseblümchenaufstrich für den nächsten Grillend. Ich genieße mein Brot neben dem Dip auch gerne mit frischen Gartenradieschen oder echten Spreewaldgurken. Damit könnt ihr nicht nur Oma und Opa beeindrucken, sondern auch richtig gesund und spreewaldtypisch schlemmen!

Heißer Gänseblümchentee

Das nächste „Rezept“ ist keine Zauberkunst und auch kein wirkliches Gericht. Ich wollte den Gänseblümchentee jedoch unbedingt als kleinen Geheimtipp für euch vorbereiten, da ich ihn seit Tag 1 an liebe und fast täglich abends auf der Couch trinke. Ich glaube er ist nicht für süße Teetrinker geeignet, die sich gerne einen Löffel Honig in die Tasse rühren, doch wenn ihr wie ich hin und wieder auf eine schöne heiße Tasse milden Kräutertee zurückgreift, ist diese Kombination perfekt für euch! Einfach ausprobieren!

Was ihr braucht:

Für eine Tasse Tee

 

 

 

  • je nach Größe der Tasse 2-3 TL Gänseblümchen-Blüten oder Blätter
  • kochendes Wasser zum Übergießen

Wie es geht:

Pflückt euch einige frische Gänseblümchenblätter oder Blüten (letztere könnt ihr auch wunderbar trocknen lassen und in einem Einmachglas lagern, um die leckeren weißen Blüten für spätere Teemomente zu konservieren). Ich musste mich für den grünen Teil der Blumen entscheiden! Große Blätter könnt ihr etwas auseinander rupfen und zusammen mit den kleinen Blättern in eure Tasse geben. Übergießt sie mit dem kochenden Wasser und lasst das ganze für ca. 20 min. ziehen (ich weiß, wenn man sich auf einen heißen Tee freut, können 20 min. unendlich lang werden…). Danach könnt ihr euren Gänseblümchentee genießen. Ich empfehle übrigens ruhig morgens und abends ein Tässchen zu trinken, da er so viele positive gesundheitliche Auswirkungen mit sich bringt. 

Buttermilch-Hefebrot mit köstlicher Gänseblümchenfüllung

Brot ist allgemein ein typisches Lieblingsessen der Deutschen und somit natürlich auch für die Spreewälder. Kombiniert mit Unkraut und Käse ergibt das ein Lieblingsessen der Extraklasse. Ganz egal ob zum herzhaften Frühstück, als Beilage zur Mittagssuppe oder Abends, wenn es etwas Leichtes, aber Deftiges sein soll. Die Zubereitung dauert eine ganze Weile, also ist dieses Gericht nichts für die Schnelle. Dennoch sind die einzelnen Handgriffe kinderleicht und ihr habt viele Möglichkeiten, das Brot mit euren Lieblingszutaten abzuändern.

Was ihr braucht:

Für ca. 15 faustgroße Brötchen

 
 
 
 
 
  • 500 g Vollkornmehl (ich habe Dinkel verwendet)
  • 1 TL Meersalz
  • 1/2 Pk. frische Hefe
  • 250 ml Buttermilch
  • 250 ml warmes Wasser
  • 100 g Fetakäse
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Tassen Gänseblümchenblätter und/oder -blüten

Wie es geht:

Vermengt das Mehl sowie das Meersalz in einer großen Schüssel und bröselt die Hefe darüber. Nehmt euch einen zweiten Behälter und vermischt die Buttermilch mit dem Wasser. Das flüssige Gemisch kann nun nach und nach mit einem Mixer zu der Mehlmischung gegeben werden. Wer sie nicht bereits aufgesteckt hat, muss spätestens nach ein paar Minuten rühren auf die Knethaken umsteigen. Besonders tatkräftige Bäcker können natürlich auch mit zwei starken Händen kneten. Der Teig sollte etwas klebrig sein und sich von der Wand der Schüssel lösen lassen. Das kann einige Minuten dauern – etwas Geduld! Ggfs. könnt ihr etwas mehr Mehl oder Wasser hinzugeben. Ist euer Brotteig perfekt, deckt ihn mit einem Küchentuch ab und stellt ihn an eine warme Stelle (in den Backofen bei 30 Grad oder einfach auf eine Heizung). Dort muss er nun ganze zwei Stunden gehen und wachsen. In der Zwischenzeit könnt ihr die Füllung zubereiten. Dazu gebt den Feta, das Öl und die Gänseblümchen (größere Blätter solltet ihr etwas klein schneiden oder zupfen) in eine Schüssel und vermengt es. Salzt und pfeffert die Füllung so, dass es euch schmeckt.

Der Teig sollte sich nach der Zeit fast verdoppelt haben. Ist er schön groß und fluffig geworden, holt ihn aus der Schüssel und beginnt damit, ihn auf einer bemehlten Oberfläche auszurollen (ca. 20 x 30 cm). Bestreicht ihn über die ganze Fläche mit der Füllung und lasst die Sonnenblumenkerne darüber rieseln. Rollt den Teig anschließend vorsichtig von links nach recht auf, sodass ihr eine lange Rolle vor euch liegen habt und die Füllung nicht mehr seht. Ihr könnt nun entscheiden, ob ihr die Rolle im Ganzen backt und sie später anschneidet, oder aber (und dafür habe ich mich entschieden) ihr schneidet sie jetzt in kleine Brötchen und legt sie einzeln auf das Blech. Im Ofen müssen die kleinen Dinger nun ca. eine Stunde bei 175 °C backen, bis sie eine herrliche goldbraune Farbe angenommen haben und schön knusprig sind.

Mein Tipp: Am Besten schmecken sie warm und frisch aus dem Ofen

Übrigens! Einige Tage nachdem ich all diese Schlemmereien für euch gekocht und gebacken habe, grinste mich eines morgens dieses freche Gänseblümchen aus meinem Unkraut-Hochbeet an. Was soll ich dazu noch sagen…