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Leckere Schlemmereien mit dem Spreewald-Unkraut

Mein großes Sommerferien-Projekt (das Spreewald-Unkraut-Hochbeet) macht sich prächtig. Die einzelnen Kräuter wachsen… ja wuchern sogar über die Kästen hinaus. Eines meiner Schützlinge ist der Sauerampfer, der sich von allen sechs am wohl schnellsten und prächtigsten entwickelt hat. Mit seinem hellen, sommerlichen Grün und seinen länglichen, zarten Blättern fiel es mir fast schwer, ihn zu ernten…

Sauerampfer ist eine kleine Energiebombe für den Alltag. Schon als Kind konnte ich die typischen Blätter am Rande des Spielplatzes schnell erkennen und naschen. Sie dienten damals auch als perfekter Zusatz, um das Pferde-Spiel mit Freunden so realistisch wie möglich zu gestalten. Heute sehe ich Sauerampfer (oder auch Sauerlump) etwas praktischer. Mit seinem hohen Vitamin C-, B- und E-Gehalt kann er zur Blutreinigung oder gegen Margen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden. Der Sauerlump ist jedoch nicht nur durch und durch Heilmittel. Er schmeckt auch dazu noch wunderbar. Schon die alten Römer und Ägypter haben ihn als leckeres und effizientes Nahrungsmittel entdeckt und als saure Beilage zu vieler ihrer schmackhaften Gerichte serviert. Wer zu lange mit der Ernte wartet, dem kann es passieren, dass er leicht bitter wird. Zur groben Orientierung: Mai bis Juni – saure Ernte/ Juni bis September – leicht bittere Ernte. Als bittere Variante wird er jedoch in manchen Teilen der Welt in Gläsern eingelegt und als Delikatesse verkauft. Vielleicht eine Idee für den nächsten Kita- oder Schultrödelmarkt! Falls ihr dazu keinen eigenen Sauerampfer anbauen wollt, könnt ihr ihn auf Wiesen oder aber einfach am Wegesrand finden. Da die Blätter bis zu einem Meter lang werden können, werdet ihr ihn rasch finden.

Kartoffel-Zuckerschoten-Auflauf mit Sauerampfer

Dieser Auflauf ist die perfekte, warme Mahlzeit an lauen Sommerabenden. Es ist alles dabei, was in einen Auflauf muss und mit den gebackenen Brotkrumen sowie den herrlich frischen Sauerampferblättern bekommt dieses Gericht sogar einen ganz eigenen Spreewald-Charakter. Noch dazu ist er sehr leicht und sehr einfach von der vegetarischen auf eine fleischige Variante abänderbar, indem man einfach zusätzlich kurz angebratenes Hähnchenfleisch in die Auflaufform gibt. Der Auflauf hat keine typische Soße, wie man sie vielleicht von einer Lasagne kennt. Die Zutaten werden mit einer wässrigen Mischung aus Brühe und Milch getränkt. Mit ihr saugen sich die Kartoffeln und Schoten auf und werden herrlich saftig!

Was ihr braucht:

Für 4 Personen

  • 5 mittelgroße Kartoffeln (500g)
  • 2 Hände voll Zuckerschoten (150g)
  • eine halbe Tasse Gemüsebrühe (ca. 100 ml)
  • eine dreiviertel Tasse Kuh- oder Pflanzenmilch (ca. 200 ml)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL Muskatnusspulver
  • 2 Scheiben Weiß- oder Vollkornbrot
  • 2 Kugeln Mozzarella oder der Käse, der euch am besten schmeckt
  • 2 Hände voll Sauerampfer

Wie es geht:

Heizt den Ofen zunächst auf 175 Grad Umluft vor. Schält als nächstes die Kartoffeln, viertelt diese und schneidet sie in dünne Scheiben. Fragt dabei bitte eure Eltern, ob sie euch mit dem scharfen Messer helfen können. Wascht die Zuckerschoten gründlich ab und halbiert diese. Vermengt die Brühe, die Milch und die Gewürze mit einem Rührbesen und mischt die Soße anschließend unter das Kartoffel-Zuckerschoten-Gemüse. Wer möchte, kann hier außerdem kurz angebratenes Hähnchen hinzugeben. Alles kommt nun in eine Auflaufform. Zupft das Brot in kleine Stückchen und streut es quer über den Auflauf. Zum Schluss schneidet ihr den Mozzarella in hauchdünne Scheiben und verteilt ihn ebenso auf dem Kartoffel-Zuckerschoten Gemisch. Vorsichtig rein in den vorgeheizten Ofen und 40 Minuten lang ungeduldig warten, bis die Oberfläche gold-braun gebacken ist. Kurz bevor der Auflauf fertig ist, könnt ihr den Sauerampfer frisch ernten und gründlich unter kühlem Wasser abwaschen. Trocknet ihn ab und serviert ihn als saure Salatbeilage zum Auflauf. 

Sauerampfersuppe nach Peter Franke

Wohlig warme Suppen sind eigentlich eher für die kalte Jahreszeit geeignet. Die herrlich frische Kartoffel-Sauerampfersuppe von Spreewaldkoch Peter Franke  jedoch lässt sich prima als luftig-leichtes Mittag- oder Abendessen servieren. Dabei ist die Zubereitung kinderleicht und geht ruckzuck. Perfekt, wenn die hungrigen Bärenbäuche schon wild knurren und es mal schnell gehen soll. Auch wenn die Suppe keinen typisch sauren Ampfergeschmack hat, schmeckt sie dennoch besonders natürlich. Die Kartoffeln und die Butter verleihen ihr ein erdiges, rundes Aroma. Durch diese natürliche, einfache Note ist die Sauerampfersuppe einfach etwas für jedermann!

Was ihr braucht:

Für 4 Personen

  • 3 mittelgroße Kartoffeln (300g)
  • 25 Sauerampferblätter
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 EL Butter
  • 100g Sahne
  • 1 EL Muskatnusspulver
  • Salz, Pfeffer

Wie es geht:

Fragt eure Eltern, ob Sie euch helfen, die Kartoffeln zu schälen und in kleine Stücke zu schneiden. Zupft die Sauerampferblätter ebenfalls grob in zwei. Gebt beides zusammen mit der Gemüsebrühe in einen Topf und lasst es aufkochen – Vorsicht heiß! Lasst es noch weitere 15 minuten köcheln, bis die Kartoffelstückchen gar sind und ihr sie mit einer Gabel einfach durchbohren könnt. Nehmt den Kochtopf vom Herd und pürriert die Suppe mit einem Pürrierstab oder im Mixer (ich habe mich für ersteres entschieden und das funktionierte wunderbar!). Rührt anschließend die Sahne, die Butter und das Muskatnusspulver unter und schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab. Am besten schmeckt die Sauerampfersuppe heiß und frisch – also worauf wartet ihr? Rein in die Schüsseln und auf die Löffel, fertig, los!

Sauerampfer-Eis mit Gartenerdbeeren

Vielleicht kennt ihr bereits das beliebte Gurkeneis, wonach kleine und große Schleckermäulchen in ihrem Spreewaldurlaub nur so verrückt sind. Viele fragen mich immer: „Wie schmeckt Gurkeneis?“, und tatsächlich kann ich darauf eine eindeutige Antwort geben: Es schmeckt für mich nach frischen, aromatischen Gurkensalat auf eine süße Art und Weise. Im Gegenzug dazu kann ich euch leider gar nicht sagen, wie genau Sauerampfereis schmeckt. Es ist fruchtig und frisch, süß anstelle von sauer und unheimlich lecker! In Kombination mit frisch geernteten Erdbeeren aus dem eigenen Garten ist dieses Rezept eine perfekte sommerliche Erfrischung für zwischendurch. Da ich vorhher nie Eis selbst hergestellt habe und auch keine Eismaschine besitze, hatte ich Bedenken bei der Zubereitung. Wird es auch schön cremig werden? Wenn ihr die selben Bedenken habt, kann ich euch sagen: Sauerampfereis ist ein weiteres kinderleichtes Rezept, für das ihr kein Eisexperte sein müsst. Wichtig für ein leckeres, geschmeidiges Eis ist ein ausreichender Fettanteil, welcher beispielsweise aus Schlagsahne, Kuhmilch mit hohem Fettanteil oder Joghurt bekommen werden kann.

Was ihr braucht:

  • 1 Tasse Kuh- oder Pflanzenmilch (250 ml)
  • 100g Schlagsahne
  • 100g Joghurt
  • 4 Eigelb
  • 1 Vanilleschote
  • 100g Zucker für die Eismasse
  • 2 Hände voll Sauerampfer
  • Saft von einer halben Zitrone
  • 500g Erdbeeren
  • 1 EL Zucker für die Erdbeermarinade

Wie es geht:

Vermengt die Milch, den Joghurt und die Schlagsahne in einem Topf mit einem Rührbesen und schöpft einen kleinen Teil des Gemisches in eine separate Schüssel ab. Gebt nun die Eigelbe in die Schüssel (das Trennen von Eigelb und Eiweis kann bei den ersten Versuchen ziemlich knifflig sein – fragt eure Eltern, ob sie euch helfen können), vermischt beides sorgfältig und stellt es kurz zur Seite. Die Vanilleschote muss nun in zwei Hälften geteilt werden. Eine für jetzt, eine für die leckeren Gartenerdbeeren später. Kratzt das Vanillemark mit einem Löffel oder einem Messer vorichtig aus und gebt es zusammen mit der nun leeren Schote und dem Zucker in den Topf. Verührt alles gut miteinander und lasst es aufkochen. Sobald euer (noch) flüssiges Eis anfängt zu blubbern, schüttet nach und nach das Eigelb-Gemisch dazu. Den Topf könnt ihr nun von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen. Sobald das Eisgemisch etwas erkaltet ist, könnt ihr es in den Kühlschrank stellen, um vollständig herunterzukühlen.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Sauerampferblätter waschen und mit einem Küchtuch trocken tupfen. Sobald das flüssige Eis völlig erkaltet ist, könnte ihr die leere Vanilleschote herausfischen und die Sauerampferblätter, sowie den Zitronensaft hineingeben und mithilfe eines Pürrierstabes oder eines Mixers fein pürrieren. Falls ihr eine Eismaschine habt, könnt ihr die fertige Masse für eine dreiviertel Stunde dort hineingeben. Ich habe mein Sauerampfereis in den Gefrierer gestellt und ca. alle halbe Stunde mit einer Gabel einmal umgerührt, sodass es möglichst cremig wird und alle Eiskristalle verschwinden.

Da es leider eine ganze Weile dauert, bis das Sauerampfereis vollständig gefroren ist, könnt ihr euch in der Zwischenzeit an das Marinieren der Erdbeeren machen. Also auf in den Garten und pflücken! Wascht die roten, süßen Früchte und schneidet sie so klein, wie sie perfekt in euren Mund passen. Gebt einen Esslöffel Zucker dazu und das rabenschwarze, duftende Mark der zweiten Vanilleschotenhälfte. Vermischt alles vorsichtig und lasst es so lange ziehen, bis auch euer Eis fertig ist.

Garniert alles zusammen in einer Schüssel und versüßt euch euren heißen Sommernachmittag.