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Leckere Schlemmereien mit dem Spreewald-Unkraut

Butterblume, Kuhblume, Sonnenwirbel, Mönchskopf oder auch Pusteblume – all diese witzigen Namen beschreiben ein einziges Unkraut: den Löwenzahn. Es gibt über 400 Arten der kleinen Blume auf der ganzen Welt. Vorzugsweise gedeiht sie auf Rasenflächen, Wiesen, Äcker oder am Wald- und Wegesrand. Der Name stammt von den zackigen Blättern, die an das Gebiss eines gefährlichen Löwen erinnern. Jene Blätter können übrigens bis zu 40 cm lang werden! Der Stängel mit der milchig weißen Flüssigkeit sollte nicht unbedingt gegessen werden, denn der bittere Saft schützt die Pflanze vor hungrigen Angreifern und kann auch bei euch sehr schwer im Bäuchlein liegen. Die strahlend gelben Blüten und die grünen Blätter dagegen sind in vielerlei Hinsicht köstlich! Der Löwenzahnhonig und der sommerliche Salat sind eine Empfehlung vom Spreewälder Unkraut-Experte Peter Franke (Un-Kraut-Laden in Werben). Ich hoffe, sie sind ganz nach eurem Geschmack!

Goldener Löwenzahnhonig

Der goldene Löwenzahnhonig (oder auch – sirup) ist eine wunderbare vegane Alternative zum herkömmlichen Bienenhonig. Mit seiner goldig-schimmernden Farbe ist er nicht nur schön anzusehen, sondern schmeckt auch noch hervorragend spreewaldig! Löwenzahnhonig hat einen herben, krautigen Charakter und ist durch und durch Geschmackssache! Natürlich könnt ihr etwas experimentieren. Fügt beim kochen ein paar Orangenscheiben hinzu und verleiht dem Honig so eine fruchtige Note oder tauscht die Zitrone gegen eine Limette aus. Ich liebe Löwenzahnhonig zusammen mit Joghurt und Wallnüssen, auf meinem morgendlichen Brot oder als leckere Überaschungskomponente zum Vanilleeis.

Was ihr braucht:

Für ein großes Glas Honig

  • 250g Löwenzahnblüten
  • 1 L Wasser
  • 1.000 g Zucker
  • Saft von 1 Zitrone
  • Alternativ: 3 Orangenscheiben

Wie es geht:

Erntet die Löwenzahnblüten, sobald sie komplett geöffnet sind und trennt die zarten gelben Blätter von dem grünen Blütenkorb. Wascht die Blüten unter fließendem Wasser gründlich ab (nehmt ggfs. ein Sieb oder Leinentuch zur Hilfe) und gebt sie zusammen mit dem Wasser in einen Topf. Lasst das Blüten-Wasser-Gemisch so lange aufkochen, bis dicke Blubberblasen die Oberfläche zum sprudeln bringen. Aber Achtung: das ist eine heiße Angelegenheit! Fragt eure Eltern, ob Sie euch bei der Bedienung des Herdes helfen können. Sobald das Löwenzahnwasser gekocht hat, lasst es abgedeckt für mind. 12 Stunden – besser noch einen ganzen Tag ruhen. Gießt den Sud nun durch ein Sieb in einen anderen Topf, sodass ihr das Löwenzahngetränkte Wasser und die Blütenblätter voneinander trennen könnt. Die glitschigen Blüten könnt ihr entsorgen – die braucht ihr nun nicht mehr. Den wertvollen gelben Sud jedoch müsst ihr nun zusammen mit Zucker und Zitronensaft (und ggfs. den Orangenscheiben) mit einem Schneebesen verrühren und abermals aufkochen. Der Zucker sollte sich nach einiger Zeit komplett aufgelöst haben und der Sud verwandelt sich in einen dickflüssigen Honig (nun müsst ihr Geduld haben, denn dies kann einige Zeit dauern). Schöpft vorsichtig den Schaum ab, der sich eventuell an der Oberfläche bildet. Wenn euer Honig dick genug ist und Fäden zieht, sobald ihr einen Löffel eintunkt und wieder herauszieht, könnt ihr ihn im noch heißen Zustand in sterile, luftdichte Gläser abfüllen oder gleich naschen.

Sommerlicher Löwenzahnsalat

Dieser Salat eignet sich perfekt als Beilage, Vorspeise oder leichter Hauptgang. Er ist würzig armoatisch und liegt dennoch nicht schwer im Margen. Das schöne ist, dass er leicht abänderbar ist. Wer keine Radieschen mag, ersetzt sie durch Möhre oder Gurke. Wer keine Petersilie mag, kann diese einfach weglassen oder durch etwas frischen Schnittlauch ergänzen. Für viele kleine Salatmuffel könnte dies der erste Schritt zu einer neuen kulinarischen Leidenschaft sein…

Was ihr braucht:

für 3 Personen

  • 1 kleinen Salat eurer Wahl (ich habe mich für Kopfsalat entschieden)
  • 1 Bund Radieschen
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • zwei kleine Hände voll Brunnenkresse
  • eine Tasse voll Löwenzahn (Blüten oder Blätter)
  • 4 EL Petersilie
  • 120g Rückenspeck
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Apfelessig
  • Salz & Pfeffer

Wie es geht:

Beginnt, den Salat zu waschen und in mundgerechte Stücke zu zupfen. Schneidet die Radieschen in dünne Scheiben und hackt die Kresse, den Löwenzahn, die Petersilie und die Frühlingszwiebeln grob. Vermengt alles zusammen in einer großen Schüssel. Würfelt den Speck vorsichtig mit einem scharfen Messer und bratet ihn mit dem Olivenöl in einer Pfanne knusprig an. Nehmt die Pfanne nun vom Herd und fügt das Apfelessig hinzu. Einmal ordentlich schwenken, sodass jedes Speckstückchen runherum mit Essig eingehüllt ist. Gebt das Fleisch und die entstandene Soße nun über den Salat und würzt ihn ordentlich mit Pfeffer sowie sanft mit etwas Salz. Guten Appetit!

Saures Unkraut-Sorbet

Vielleicht ist der Titel dieses Rezeptes etwas unglücklich gewählt. Bei „sauer“ verziehen sich bei mir jegliche Gesichtszüge. Sauer ist die eine Geschmackskomponente, für die meine Zunge nicht gemacht ist. Es schmeckt mir einfach nicht und ein gesunder, leuchtend grüner Apfel wird somit für mich fast ungenießbar. Doch auch, wenn das Sorbet nicht sauer in diesem Sinne ist, gehört das Wörtchen unbedingt in den Namen, denn durch den Löwenzahn in Kombination mit dem Zucker und den Zitronen ergibt sich eine herrlich-süße, fruchtig-herbe Säure, die einfach nur grandios schmeckt. Erfrischend und lecker. So muss Sommer sein!

Was ihr braucht:

für ca. 10 Kugeln Eis

  • 10 Löwenzahnblätter
  • 5 Zitronen
  • 150 g Zucker
  • 50 g Crème fraîche
  • 1 Eiweiß
  • 200 ml Wasser

Wie es geht:

Gebt das Wasser und den Zucker in einen Topf und lasst das Gemisch so lange aufkochen, bis es leicht dickflüssig wird. Vergesst nicht, mit einem Schneebesen zu rühren! Nehmt das Wasser-Zucker-Gemisch vom Herd und lasst es abkühlen. Spült in der zwischenzeit die Löwenzahnblätter sorgfältig unter fließendem Wasser ab. Presst die Zitronen aus, sodass ihr ungefähr 250 ml Saft enthaltet. Ein bisschen mehr oder weniger ist natürlich auch nicht schlimm! Gebt den Saft, die Crème fraîche und den Löwenzahn in das Zuckerwasser und rührt alles kraftig um. Stellt den Topf nun für eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Dort muss das Sorbet ruhen. Nach endloser Wartezeit könnt ihr die Masse durch ein feines Sieb gießen. Schlagt anschließend das Eiweiß steif und hebt es unter die saure Löwenzahnmasse. Wenn ihr eine Eismaschine zu Hause habt, ist nun der richtige Zeitpunkt, die Sorbetmasse darin für ca. 30 min cremig gefrieren zu lassen. Falls nicht (wie in meinem Fall) ist das jedoch auch nicht schlimm. Stellt das Eis in den Gefrierschrank und rührt es alle halbe Stunde mit einer Gabel um, sodass ihr nachher möglichst wenige lästige kleine Eiskristalle in eurem cremigen Sorbet habt. Sobald das Eis gefroren ist, könnt ihr es mittels eines Portionierers oder zwei einfachen Löffel in Kugelform bringe und in vollen Zügen genießen.