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Herzlich Willkommen

Ich begrüße euch herzlich auf unserem Familienblog „Kleine Spreewald Momente“- oder wie meine sorbischen Nachbarn sagen würden: 

Buźćo witane! 

(Herzlich willkommen bei uns!)

Eure Kristin

Wenn ihr an Spreewald denkt, was kommt euch da zuerst in den Sinn? Glitzernde Fließe, die sich durch einen dichten Märchenwald schlängen? Kleine grüne Gurken im Einweckglas? Oder doch die kunterbunten Trachten mit den großen, eckigen Hauben? Menschen um Menschen, die sich um die Kähne scharren und niedliche Senioren, die genüsslich plaudern, während sie Plinse essen?

Bevor ich in den Spreewald kam, waren das zumindest die Dinge, die in meinem Kopf aufpoppten. Mit meinen 24 Jahren lebte ich in Berlin und war nur wenig interessiert an Kahnfahrten. Aus beruflichen Gründen zog es mich dann letztes Jahr hier her und ich lernte den Spreewald wirklich kennen. Heute würde ich nicht mehr fragen, WAS euch in den Sinn kommt, sondern WIE? Welches Gefühl breitet sich in eurem Herzen aus, wenn ihr an den Spreewald denkt? Neugierde? Geborgenheit? Abenteuerlust? Oder vielleicht Entspannung?
Wenn ich den Spreewald heute mit den berühmten drei Wörtern beschreiben müsste, wären das …

Foto: TMB Fotoarchiv /Florian Trykowski

Erstaunlich

Der Spreewald ist keine Abenteuersafari und auch kein Aktionurlaub mit Bungee-Jumping und Tiefseetauchen. Aber der kleine süße Kerl, der hier letztes Jahr einen Kurzurlaub mit seinem Bruder und seinen Eltern verbracht hat, zeigte mir unmissverständlich, dass der Spreewald wirklich erstaunlich sein kann. Die Rede ist von den ganz kleinen Momenten, die während eines Spaziergangs oder einer Radtour oder einem Besuch auf einem Biberhof (wie in diesem Fall) erlebt werden. Klitzekleine Mikroabenteuer in der Natur, mit Menschen, die sich freuen einen dabei zu haben. Und auch ich habe solche Momente erlebt, in denen ich einfach baff war. Da war zum Beispiel dieser eine wunderschöne frostige Wintertag, an dem ich mir mit meiner Familie ein Paddelboot mietete und wir uns einfach ohne Ziel und ohne Zeitdruck durch die kalte, knisternde Wasserwelt treiben ließen.

Außergewöhnlich

Außergewöhnlich ist mein Lieblingswort! Denn der Spreewald ist alles andere, außer gewöhnlich. Nicht, weil es hier nur Dinge, gibt, die es nirgendwo anders auf der Welt gibt, sondern weil „Gewöhnlich“ zu Hause ist. In einer so unfassbar schnelllebigen Zeit wie diese, ist eine Flucht aus
dem Alltag so wichtig. Ich selbst habe in Berlin studiert und nebenbei in der Hotellerie gearbeitet. Mir haben weder die Schichten, noch der Stress oder die Überstunden etwas ausgemacht – dachte ich. Denn erst, als ich in den Spreewald gezogen bin und sich die gehetzte Mittagspause zum nächsten Backshop in einen erfrischenden Spaziergang entlang des nahegelegenen Fließes verwandelt hat, habe ich gemerkt wie gestresst mein Alltag war. Wie schnell die letzten Tage, Wochen und Monate in meinem Alltag vergangen waren, sodass ich gar nicht mitbekommen habe, wie wenig Zeit ich eigentlich mit meiner Schwester verbrachte. Der Spreewald entschleunigt – ob in der Mittagspause, auf einem Tagesausflug oder im Urlaub. Ich glaube, dass eine kurze Auszeit und die gesunde Mischung aus Natur, Qualität, Kultur und Spaß kleine Wunder bewirken kann, denn insbesondere für Stadtfamilien ist die Region alles – außer gewöhnlich.

Natürlich

Selbstverständlich ist auch das eine der grandiosen Eigenschaften, mit denen ich meinen Wahlheimatort heute beschreiben würde! In diesem großen Topf voll Natürlichkeit finden kleine neugierige Augen jedoch nicht nur Erlenwälder, Fließe, Libellen und Seerosen. Je tiefer man in die Spreewaldkultur eindringt, desto authentischer lernt man diese kennen. Ich sage gerne zu meinen Eltern (die nicht von hier kommen) dass er „handgemacht“ ist. In dem Natürlichkeits-Topf schlummert zum Beispiel auch die sorbische Kultur, die alles andere als industriell ist. Wusstet ihr beispielsweise, dass es noch um die 20.000 aktiv sprechende Sorben in Deutschland gibt? Im Spreewald gibt es sogar Kitas und Schulen, die ihre Sprache lehren und ihre Traditionen pflegen. Neben der Kultur ist auch die Nachhaltigkeit zu finden, denn insbesondere auf den Speisekarten und in den Unterkünften wird viel Wert auf regionale Produkte gelegt. Das UNESCO-Biosphärenreservat zählt auch zu den natürlichen Eigenschaften der Region, sowie auch tolle Freizeitangebote in der Natur.

Foto: Peter Becker

Um auf meine Frage zurück zu kommen: Was fühle ich, wenn ich an den Spreewald denke? Ich fühle Bauchkribbeln und Vorfreude auf die kommenden Ausflüge, Wanderungen, Radtouren, Expeditionen und Projekte, die ich allein, oder gemeinsam mit kleinen Miniexperten erleben werde. Ich möchte in diesem Blog meine ganz persönlichen, kleinen Spreewald Momente mit euch teilen und somit dafür sorgen, dass ihr den Spreewald als Familienurlaubsregion wirklich kennenlernt. Auf einer Reise durch meine neue Heimat beweise ich euch, dass die Fließe eben nicht voller Menschen, Plinse nicht nur was für niedliche Senioren und Kahnfahrten alles andere als langweilig sind. Ich zeige euch die Cafés, in denen es die buntesten Streusel auf der Eiskugel gibt und die Ferienwohnungen, wo das Übernachten zum Abenteuer wird. Ich jage sommerliche Abende in den schönsten Ecken unserer Städte und winterliche Paddeltouren durch die Sagenwelt, fange gruselige Kürbisschnitzerei-Momente im Herbst und erforsche mit kleinen Nachwuchs-Rangern die Tiefen der Erlenwälder. Ich zeige euch die Berge und die wundervollen Strände, die für euch und eure Familie einmalige Aussichten bereithalten. Ihr werdet überrascht sein, wenn ich euch auch zeige, wieso die schneelose Winterzeit meine liebste Spreewaldzeit ist. Ich gebe euch Tipps, wo ihr die beeindruckende sorbische Kultur hautnah erleben könnt und verrate euch geheime Rezepte der Einheimischen. Ich nehme euch mit an Orte, an denen selbst den größten Plappermäulchen der Atem stockt und Wirbelwinde zur Ruhe kommen. Lasst euch von meinen Ausflügen inspirieren und entdeckt mit mir magische Orte fernab der Menschenmengen. Ob zu Hause oder im Urlaub, es sind die klitzekleinen Dinge im Leben, die uns überglücklich machen und uns das Gefühl geben zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn von kleinen Dingen die Rede ist, meine ich keine schleimigen Würmer, müffelnde Windeln oder zerkaute Schneckenhäuser. Ich denke eher an faszinierende Eindrücke, prägende Emotionen und besondere Momente, die oft nur wenige Sekunden anhalten. Kleine Momente, die nicht im stressigen Büro oder beim gehetzten Einkaufsbummel durch den Supermarkt passieren, sondern mit der Familie. Ich möchte euch meine persönlichen kleinen Spreewaldmomente nach Hause bringen und Neugierde wecken, um euch vielleicht in eurem nächsten Familienurlaub hier über den Weg zu laufen… oder besser gesagt: über das Fließ zu fahren.