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Sorbische Winterbräuche und Weihnachtssagen

Winterlandschaft im Spreewald

Der Spreewald hat sich zahlreiche Sagen, Bräuche und Traditionen bewahrt – insbesondere zu den dunkleren, frostigen, aber auch besinnlichen Tagen wird im Spreewald viel gefeiert und alte Traditionen werden gepflegt. Lernen Sie die berühmtesten Sagen und Bräuche kennen, die auch heute noch im Spreewald begangen werden:


Das Bescherkind im Spreewald

Weihnachten im Spreewald ohne Weihnachtsmann? Zumindest fast! In der Vorweihnachtszeit wandert ein vollkommen verhülltes Mädchen durch die Orte im Spreewald und bringt den Bewohnern als Bescherkind Glück und Gesundheit.

In einer sorbischen Tradition geht das Bescherkind in der Vorweihnachtszeit von Haus zu Haus und verteilt Süßigkeiten und Früchte. Seine Ankunft am Haus kündigt es mit einem kleinen Glöckchen an. Das Gesicht des Bescherkindes ist mit weißem Tüll verhüllt und mit bunten Bändern geschmückt, so dass das Mädchen nicht zu erkennen ist. Sein Gewand besteht aus Teilen sorbischer Brautjungferntrachten. In der einen Hand hält das Bescherkind eine Reisig-Rute, die mit bunten Bändern geschmückt ist. In der anderen Hand hat es das kleine Bündel mit Süßigkeiten und Früchten.  Mit der Rute streicht das Bescherkind allen Menschen, die es besucht, über die Wange – dieser Brauch soll Gesundheit und Glück bringen.
Die gesamte Zeremonie läuft schweigend ab, damit einerseits das Mädchen nicht erkannt wird und andererseits die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit bedacht wird. Der Sage nach wird das Mädchen, das als Bescherkind im Dorf umhergeht, im darauffolgenden Jahr als erstes im Ort heiraten.

Die sorbische Fastnacht (Zapust) im Spreewald

Lachende Gesichter, festliche Trachten, fröhliche Musik und eine ausgelassen tanzende Gesellschaft – das alles erleben Sie bei der sorbischen Fastnacht im Spreewald. Als eines der größten Feste und beständige Tradition stellt die sorbische Fastnacht im Spreewald der Höhepunkt der winterlichen Bräuche dar.

Während der Wintermonate trafen sich junge Frauen in den Spinnstuben Ihres Dorfes, um gemeinschaftlich lachend und plaudernd den Flachs zu spinnen. Der zwischen Januar und Anfang März gefeierte Zapust galt früher als Abschluss dieser Spinnstubenzeit und sollte den Winter vertreiben. Dazu treffen sich eine Woche nach dem Zampern die jüngeren, meist unverheirateten Einwohner des Dorfes als Pärchen in ihren sorbischen Festtagstrachten und ziehen, begleitet von einer Kapelle, ausgelassen durch das Dorf. Vor den Häusern besonderer Personen, wie dem Bürgermeister, Vereinsvorsitzende oder Sponsoren, werden Tänze aufgeführt und der geehrten Person der Zapust-Strauß angesteckt.

Der Umzug endet abends an einem Gasthaus, in dem beim großen Fastnachttanz gefeiert, gelacht und getanzt wird. Das Gebot lautet: Zur Fastnacht muss ordentlich getanzt werden, damit in der kommenden Saison der Flachs gut gedeiht!

Dieser ausgiebig gefeierte sorbische Brauch zeigt, dass die sorbische Kultur und Traditionen im Spreewald noch weiterleben. Besuchen Sie den Spreewald zur sorbischen Fastnacht und tanzen Sie mit!

Zampern im Spreewald

Unwirkliche Gestalten streifen durch die Dörfer. Stehen an jeder Kreuzung. Ziehen durch die Straßen. Doch wer sind diese bunten Wesen und was machen sie Anfang des Jahres in den Dörfern im Spreewald?

Ein wichtiger Bestandteil der sorbischen Fastnacht im Spreewald ist das Zampern, auch Heischegang genannt. In ihren farbenfrohen Kostümen ziehen die jungen Dorfbewohner in Begleitung einer Kapelle durch das Dorf. Von Störchen und Bären, die den Frühling begrüßen und den Winter verabschieden sollen, bis hin zu Sagen- und Fantasiegestalten findet sich alles in dem bunten Tross.

Die Zamperer sammeln Eier, Speck und Kleingeld von den Dorfbewohnern – im Gegenzug erhalten diese ein kleines Ständchen oder Tänzchen vor ihrer Tür. Die Eier und der Speck werden abends beim traditionellen Eierkuchenessen gemeinsam verzehrt, während mit dem Geld hauptsächlich die sorbische Fastnacht, der Zapust, eine Woche später gestaltet wird.

Mit dem Zampern wird im Spreewald die sorbische Fastnacht angekündigt. Die Zamperer sollen mit ihren bunten Kostümen den kalten, dunklen und ungemütlichen Winter vertreiben und dafür den fruchtbaren Frühling willkommen heißen.

Seien Sie dabei, wenn zwischen Anfang Januar und Anfang März der Spreewald Kopf steht und in den Dörfern nur noch von Zampern und Zapust gesprochen wird! Und nicht vergessen: Halten Sie Eier, Speck oder Kleingeld bereit! Buchen Sie gleich Ihren Urlaub im Spreewald!

Die Vogelhochzeit im Spreewald

Was steht da vor der Tür? Und warum sind die Kinder so aufgeregt? Wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Spreewald am 24. Januar zahlreiche Teller und Schüsselchen auf Fensterbänken, vor Türen oder an anderen sichtbaren Stellen rund um die Häuser in vielen Orten im Spreewald entdecken.

Einer Sage zufolge heiraten an diesem Tag die Elster und der Rabe und feiern mit allen anderen Vögeln ihre Hochzeit. Da der Winter im Spreewald frostig und verschneit sein kann, haben die Kinder während dieser Monate die Vögel mit Körnern versorgt. In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar mit Süßigkeiten und Keksen werden diese Kinder mit Süßigkeiten und Keksen belohnt.

Am 25. Januar werden Sie in zahlreichen Orten im Spreewald verkleidete Kinder durch die Straßen ziehen sehen. Sie feiern die Vogelhochzeit. Dafür verkleiden sich die Mädchen als Elster und ziehen ihre Festtagstracht an, die Jungen sind die Raben und tragen Anzug und Zylinder.

Spinte im Spreewald

Sanft schnurren die Spinnräder, munteres Plaudern und fröhliches Kichern ist zu hören – so saßen die Mädchen und jungen, unverheirateten Frauen früher oftmals zusammen in den Spinnstuben. Von Oktober bis März hatten sie alle Hände voll zu tun, spannen in den Flachs und alberten, plauderten und sangen gemeinsam in den Spinnstuben. So übte beispielsweise die Spinnstubenälteste, die „kantorka“, mit ihnen die traditionellen, sorbischen Lieder für die sorbische Fastnacht oder die Osterzeit im Spreewald. In den Spinten waren die Frauen unter sich, Männer hatten nur an bestimmten Tagen Zutritt.

Heute wird diese Tradition der Spinnstuben zumeist von Traditionsvereinen gepflegt.

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